Der LocalMind-Vorfall zeigt: Cloud-KI ist ein Risiko für Städte und Behörden
LocalMind-Leak trifft Kreis Steinfurt: Warum EU-Zertifikate allein keine Sicherheit garantieren
Ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall beim österreichischen KI-Anbieter LocalMind hat am 5. Oktober 2025 für Aufsehen gesorgt. Betroffen ist unter anderem die Kreisverwaltung Steinfurt. Der Fall demonstriert eindrücklich, dass selbst ISO-zertifizierte Cloud-Lösungen nicht vor gravierenden Konfigurationsfehlern schützen und warum echte Datensouveränität nur im eigenen Rechenzentrum beginnt.
Laut aktuellen Berichten von Münster Aktuell ermöglichte eine Fehlkonfiguration in einer Beta-Umgebung unbefugten Nutzern den Zugriff auf Administratorrechte. Über diesen Weg hätten Angreifer theoretisch Zugriff auf interne Automatisierungsprozesse und API-Schlüssel erlangen können. Zwar reagierte der Anbieter nach Hinweisen eines Whistleblowers schnell und nahm die Plattform vom Netz, doch der Schaden für das Vertrauen in Cloud-KI ist immens. Münster Aktuell
Der Trugschluss der "Sicheren Cloud"
Besonders brisant: Die Kreisverwaltung Steinfurt hatte sich explizit für LocalMind entschieden, weil es sich um einen europäischen Anbieter mit ISO-27001-zertifizierten Servern handelt. Der Vorfall zeigt jedoch schmerzhaft, dass Compliance-Siegel keine technische Unfehlbarkeit garantieren.
Ein einfacher Konfigurationsfehler in einer Beta-Instanz reichte aus, um die Sicherheitsarchitektur auszuhebeln. IT-Experten sprechen laut Medienberichten sogar von einem „Sicherheitsvorfall mit Ansage“. Für Kommunen bedeutet das: Selbst wenn der Server in der EU steht und alle Zertifikate vorliegen, geben sie mit der Nutzung externer Cloud-Dienste die Kontrolle über ihre Sicherheitsarchitektur faktisch ab.
Kreis Steinfurt zieht den Stecker
Die Reaktion der Kreisverwaltung Steinfurt war folgerichtig, aber drastisch: Der Zugang zur Plattform wurde gesperrt, alle Nutzer von Localmind auf Ihrer Website über den Sicherheitsvorfall informiert und bei der Landesbeauftragten für Datenschutz (LDI NRW) gemeldet. Zwar betont der Kreis, dass die KI nur zur Texterstellung genutzt wurde und keine sensiblen Bürgerdaten abflossen, doch das Szenario wirft Fragen auf:
Was wäre passiert, wenn echte Verwaltungsdaten verarbeitet worden wären?
Wie sicher sind API-Schnittstellen zu externen Anbietern wirklich?
Können sich Verwaltungen leisten, ihre Arbeitsfähigkeit von der Sicherheit externer Start-ups abhängig zu machen?
Das strukturelle Risiko minimieren
Der Fall LocalMind ist kein Einzelschicksal, sondern ein Symptom der Cloud-Architektur. Solange Daten und Prozesse die eigene Infrastruktur verlassen, entsteht eine Black Box. Sicherheitslücken beim Anbieter schlagen direkt auf die Kommune durch, ohne dass deren eigene IT eingreifen kann.
Die Konsequenz für öffentliche Verwaltungen muss eine Neubewertung der Risikostrategie sein. Wer sensible Daten verarbeitet, darf sich nicht auf externe „Beta-Umgebungen“ verlassen.
Fazit: Sicherheit braucht Heimvorteil
Um Vorfälle wie in Steinfurt konsequent auszuschließen, führt kein Weg an On-Premise-Lösungen vorbei. Systeme wie HeroScale verlagern die KI-Intelligenz direkt in die eigene Infrastruktur der Kommune. Der entscheidende Unterschied:
Kein Datenabfluss: Die Daten verlassen das Haus nicht.
Keine externen Admins: Niemand außerhalb der eigenen IT hat Zugriff auf Konfigurationen.
Vollständige Kontrolle: Updates und Wartung geschehen nach eigenen Sicherheitsstandards, nicht nach dem Zeitplan eines externen Start-ups.
Der LocalMind-Vorfall ist ein Warnschuss. Er zeigt, dass Datensouveränität keine Floskel ist, sondern die einzige Versicherung gegen die Fehler anderer.






